Vom Rohbau zur fertigen Aufstockung: Entscheidende Bauphasen bei CLT-Projekten

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Die Umsetzung einer Aufstockung in CLT-Bauweise folgt einem klar strukturierten Ablauf, der sich deutlich von konventionellen Bauweisen unterscheidet. Der hohe Vorfertigungsgrad führt dazu, dass viele Entscheidungen vorgezogen werden, während die eigentliche Bauzeit auf der Baustelle vergleichsweise kurz ist.

Gerade im Bestand – häufig unter laufender Nutzung – ist die präzise Abstimmung der Bauphasen entscheidend.

1. Vorbereitung des Bestands

Vor Beginn der eigentlichen Aufstockung steht die Analyse und Vorbereitung des bestehenden Gebäudes. Dazu gehören:

  • Rückbau der bestehenden Dachkonstruktion 
  • Herstellung tragfähiger Auflagerpunkte 
  • ggf. lokale Verstärkungen der Tragstruktur 
  • Freilegung und Anpassung vorhandener Installationen 

Diese Phase ist oft schwer planbar, da der tatsächliche Zustand erst während der Arbeiten vollständig sichtbar wird. Zeitliche Puffer sind hier üblich.

2. Kritische Phase: Gebäudeöffnung

Ein zentraler Moment im Bauablauf ist die Öffnung des Gebäudes nach dem Rückbau des Daches. In dieser Phase ist das Gebäude temporär ungeschützt.

Ziel ist es, diesen Zustand so kurz wie möglich zu halten. Bei CLT-Projekten liegt ein wesentlicher Vorteil genau hier:

  • Vorfertigte Elemente ermöglichen eine schnelle Schließung der Gebäudehülle 
  • häufige Richtwerte: 1–3 Tage pro Geschoss für die Rohbaumontage 
  • Dachabdichtung kann oft unmittelbar im Anschluss erfolgen 

Im Vergleich zu konventionellen Bauweisen kann die „offene Phase“ damit deutlich reduziert werden, was insbesondere bei bewohnten Gebäuden relevant ist.

3. Montage der CLT-Struktur

Die eigentliche Rohbaumontage erfolgt mittels Kran und vorgefertigten Elementen. Typische Merkmale:

  • Wand- und Deckenelemente werden passgenau versetzt 
  • Verbindungsmittel (z. B. Schrauben, Stahlteile) sind vorab definiert 
  • hohe Maßgenauigkeit reduziert Nacharbeiten 

Durch die industrielle Fertigung liegen Toleranzen oft im Bereich weniger Millimeter, was eine sehr präzise Montage ermöglicht.

Ein weiterer Vorteil ist die vergleichsweise geringe Feuchtebelastung, da kaum Nassprozesse erforderlich sind.

4. Gebäudehülle und Witterungsschutz

Nach der Montage des Tragwerks folgt unmittelbar die Herstellung der Gebäudehülle:

  • Dachaufbau und Abdichtung 
  • Einbau von Fenstern 
  • Fassadenaufbau (je nach System vorgehängt oder direkt aufgebracht) 

Ziel ist eine schnelle Herstellung der Witterungsdichtigkeit. In vielen Projekten kann dieser Zustand innerhalb weniger Tage nach Beginn der Montage erreicht werden.

5. Technischer Ausbau (TGA)

Parallel oder unmittelbar nach der Rohbaumontage beginnt der Ausbau der technischen Gebäudeausrüstung. Bei CLT-Bauten ist dieser Schritt eng mit der Planung verknüpft:

  • Installationen werden teilweise bereits in den Elementen vorbereitet 
  • Leitungsführungen müssen exakt abgestimmt sein 
  • nachträgliche Änderungen sind nur eingeschränkt möglich 

Die Vorplanung entscheidet hier maßgeblich über die Effizienz der Ausführung.

6. Innenausbau

Der Innenausbau umfasst klassische Ausbaugewerke:

  • Estrich und Trittschalldämmung 
  • Trockenbau (z. B. Installationswände, Unterdecken) 
  • Oberflächen (Boden, Wand, Decke) 

Beim Schallschutz spielt der mehrschichtige Aufbau eine zentrale Rolle. Typische Deckensysteme erreichen Luftschalldämmwerte > 55 dB und Trittschallwerte < 50 dB, abhängig vom Aufbau.

7. Schnittstellen zum Bestand

Parallel zu allen Phasen müssen die Übergänge zum bestehenden Gebäude kontinuierlich bearbeitet werden:

  • Anschluss an bestehende Haustechnik 
  • Anpassung von Fluchtwegen und Brandschutzkonzepten 
  • Integration in bestehende Nutzung (z. B. Treppenhäuser) 

Diese Schnittstellen sind oft komplexer als der eigentliche Neubauanteil.

Einordnung der Bauzeit

Ein wesentlicher Vorteil der CLT-Bauweise liegt in der Gesamtbauzeit:

  • Rohbau: oft 50–70 % schneller als konventioneller Massivbau 
  • Gesamtbauzeit: je nach Projekt 20–30 % kürzer 
  • reduzierte Baustellenzeit führt zu geringerer Belastung für Nutzer 

Diese Werte sind projektabhängig, zeigen jedoch die Größenordnung der Effizienzgewinne.

Fazit

Die Aufstockung mit CLT folgt einem stark vorstrukturierten Bauablauf, bei dem Planung und Ausführung eng verzahnt sind. Entscheidend sind die vorbereitenden Maßnahmen im Bestand und die präzise Organisation der Montagephase.

Durch die schnelle Rohbaumontage, die kurze Phase der Gebäudeöffnung und die hohe Vorfertigung eignet sich die Bauweise besonders für Projekte im bewohnten Bestand, bei denen Zeit, Präzision und geringe Störung eine zentrale Rolle spielen.

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