Planungsphase bei CLT-Aufstockungen: Integraler Ansatz und frühe Systementscheidung

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Die Planungsphase ist bei Projekten in CLT-Bauweise (Cross Laminated Timber) von zentraler Bedeutung, insbesondere bei Aufstockungen im Bestand. Im Unterschied zu konventionellen Bauweisen wird ein großer Teil der späteren Ausführungsqualität bereits in den frühen Leistungsphasen festgelegt. Ursache hierfür ist der hohe Vorfertigungsgrad sowie die systemgebundene Bauweise, die nachträgliche Anpassungen nur eingeschränkt zulässt.

Bestandsanalyse und Systemwahl

Zu Beginn steht eine detaillierte Analyse des Bestandsgebäudes. Neben der Tragfähigkeit spielen Geometrie, Lastreserven, Bauzustand und vorhandene Installationen eine wesentliche Rolle. Auf dieser Grundlage wird das geeignete Tragsystem definiert.

  • Bewertung der vorhandenen Tragstruktur und Lastabtragung 
  • Prüfung von Fundament- und Deckentragreserven 
  • Festlegung des CLT-Systems (Wand-Decke, Plattenstärken, Spannweiten) 
  • Berücksichtigung von Verformungen und Setzungsverhalten 
  • Abstimmung der Schnittstellen zwischen Bestand und Neubau 

Die Systementscheidung muss frühzeitig und belastbar getroffen werden, da sie direkte Auswirkungen auf alle weiteren Planungsdisziplinen hat.

Ein wesentlicher Unterschied zum Massivbau besteht darin, dass Planungsfehler oder unklare Schnittstellen später nur mit hohem Aufwand korrigierbar sind. Änderungen während der Ausführung sind aufgrund der Vorfertigung nur eingeschränkt möglich.

Integrale Planung und Zusammenarbeit mit Fachplanern

Die Planung von CLT-Projekten erfolgt integrativ und gewerkeübergreifend. Architektur, Tragwerksplanung, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Schallschutz und Brandschutz müssen frühzeitig koordiniert werden.

  • Frühe Einbindung aller Fachplaner (Statik, Brandschutz, Bauphysik, TGA) 
  • Abstimmung von Leitungsführungen innerhalb der CLT-Elemente 
  • Berücksichtigung von Schallschutzanforderungen in der Deckenkonstruktion 
  • Brandschutzkonzepte unter Berücksichtigung von Kapselung oder sichtbaren Holzoberflächen 
  • Koordination von Durchdringungen und Anschlussdetails 

Die integrale Planung reduziert Kollisionen und ermöglicht eine präzise Vorbereitung der Werkplanung. Digitale Planungsmethoden (z. B. BIM) unterstützen diesen Prozess zusätzlich.

Im Gegensatz zu linearen Planungsprozessen im konventionellen Bau erfolgt die Entwicklung iterativ und abgestimmt zwischen allen Beteiligten.

Einbindung der Ausführungskompetenz

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die frühe Einbindung von Ausführungs-Know-how in die Planung. Da CLT-Elemente industriell gefertigt werden, müssen Details bereits vor Produktionsbeginn vollständig geklärt sein.

  • Planung auf Basis realer Fertigungs- und Montagetoleranzen 
  • Berücksichtigung von Transport- und Montagebedingungen 
  • Optimierung der Elementgrößen für Logistik und Kranmontage 
  • Abstimmung von Verbindungsmitteln und Montageabläufen 
  • Vermeidung von nachträglichen Anpassungen auf der Baustelle 

Eine nicht systemgerechte Planung kann in der Ausführung zu erheblichen Problemen führen, z. B. bei Passungen, Anschlüssen oder Installationsführungen.

Partnerschaftlicher Ansatz mit dem Bauherrn

Die Entwicklung eines geeigneten Entwurfs erfolgt idealerweise in enger Abstimmung mit dem Bauherrn. Ziel ist es, funktionale, wirtschaftliche und technische Anforderungen frühzeitig in Einklang zu bringen.

  • Gemeinsame Definition von Projektzielen und Qualitätsanforderungen 
  • Transparente Darstellung von Systemgrenzen und Möglichkeiten der CLT-Bauweise 
  • Frühzeitige Kosten- und Terminabschätzung auf Basis des gewählten Systems 
  • Abstimmung von Ausbaugrad und Vorfertigungstiefe 

Durch diesen partnerschaftlichen Ansatz entsteht Planungssicherheit und eine belastbare Grundlage für die weiteren Projektphasen.

Organisation und Koordination

Aufgrund der hohen Komplexität und der integralen Abhängigkeiten empfiehlt sich eine zentrale Koordination durch einen spezialisierten Anbieter oder Generalplaner mit Erfahrung im Holzbau.

  • Bündelung der Planungs- und Ausführungskompetenz 
  • Durchgängige Verantwortung für System, Details und Schnittstellen 
  • Reduzierung von Koordinationsaufwand zwischen Einzeldisziplinen 
  • Sicherstellung eines konsistenten Planungs- und Ausführungsprozesses 

Im Gegensatz zu klassischen, stark fragmentierten Planungsstrukturen ermöglicht dieser Ansatz eine höhere Prozesssicherheit und Qualität.

Fazit

Die Planungsphase bei CLT-Aufstockungen ist entscheidend für den Projekterfolg. Eine frühzeitige Systemfestlegung, integrale Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen sowie die Einbindung von Ausführungswissen sind wesentliche Voraussetzungen. Aufgrund der hohen Vorfertigung und Systembindung der Bauweise müssen Entscheidungen früh und fundiert getroffen werden, um spätere Probleme in der Ausführung zu vermeiden.

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