
Die Planungsphase ist bei Projekten in CLT-Bauweise (Cross Laminated Timber) von zentraler Bedeutung, insbesondere bei Aufstockungen im Bestand. Im Unterschied zu konventionellen Bauweisen wird ein großer Teil der späteren Ausführungsqualität bereits in den frühen Leistungsphasen festgelegt. Ursache hierfür ist der hohe Vorfertigungsgrad sowie die systemgebundene Bauweise, die nachträgliche Anpassungen nur eingeschränkt zulässt.
Zu Beginn steht eine detaillierte Analyse des Bestandsgebäudes. Neben der Tragfähigkeit spielen Geometrie, Lastreserven, Bauzustand und vorhandene Installationen eine wesentliche Rolle. Auf dieser Grundlage wird das geeignete Tragsystem definiert.
Die Systementscheidung muss frühzeitig und belastbar getroffen werden, da sie direkte Auswirkungen auf alle weiteren Planungsdisziplinen hat.
Ein wesentlicher Unterschied zum Massivbau besteht darin, dass Planungsfehler oder unklare Schnittstellen später nur mit hohem Aufwand korrigierbar sind. Änderungen während der Ausführung sind aufgrund der Vorfertigung nur eingeschränkt möglich.
Die Planung von CLT-Projekten erfolgt integrativ und gewerkeübergreifend. Architektur, Tragwerksplanung, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Schallschutz und Brandschutz müssen frühzeitig koordiniert werden.
Die integrale Planung reduziert Kollisionen und ermöglicht eine präzise Vorbereitung der Werkplanung. Digitale Planungsmethoden (z. B. BIM) unterstützen diesen Prozess zusätzlich.
Im Gegensatz zu linearen Planungsprozessen im konventionellen Bau erfolgt die Entwicklung iterativ und abgestimmt zwischen allen Beteiligten.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die frühe Einbindung von Ausführungs-Know-how in die Planung. Da CLT-Elemente industriell gefertigt werden, müssen Details bereits vor Produktionsbeginn vollständig geklärt sein.
Eine nicht systemgerechte Planung kann in der Ausführung zu erheblichen Problemen führen, z. B. bei Passungen, Anschlüssen oder Installationsführungen.
Die Entwicklung eines geeigneten Entwurfs erfolgt idealerweise in enger Abstimmung mit dem Bauherrn. Ziel ist es, funktionale, wirtschaftliche und technische Anforderungen frühzeitig in Einklang zu bringen.
Durch diesen partnerschaftlichen Ansatz entsteht Planungssicherheit und eine belastbare Grundlage für die weiteren Projektphasen.
Aufgrund der hohen Komplexität und der integralen Abhängigkeiten empfiehlt sich eine zentrale Koordination durch einen spezialisierten Anbieter oder Generalplaner mit Erfahrung im Holzbau.
Im Gegensatz zu klassischen, stark fragmentierten Planungsstrukturen ermöglicht dieser Ansatz eine höhere Prozesssicherheit und Qualität.
Die Planungsphase bei CLT-Aufstockungen ist entscheidend für den Projekterfolg. Eine frühzeitige Systemfestlegung, integrale Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen sowie die Einbindung von Ausführungswissen sind wesentliche Voraussetzungen. Aufgrund der hohen Vorfertigung und Systembindung der Bauweise müssen Entscheidungen früh und fundiert getroffen werden, um spätere Probleme in der Ausführung zu vermeiden.
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