CLT-Aufstockung im Bestand: Konstruktive und bauphysikalische Aspekte

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Die Aufstockung bestehender Gebäude mit CLT (Cross Laminated Timber) stellt eine technisch effiziente Lösung zur Nachverdichtung dar. Aufgrund des geringen Eigengewichts bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit eignet sich CLT besonders für Bestandsgebäude mit begrenzten Lastreserven. Voraussetzung ist eine sorgfältige Bestandsanalyse hinsichtlich Tragstruktur, Fundamentauslastung und vorhandener Aussteifungssysteme.

Planung und konstruktive Integration

Die Planung einer CLT-Aufstockung erfolgt in enger Abstimmung mit den vorhandenen statischen und geometrischen Randbedingungen. Ziel ist eine lastoptimierte Einbindung ohne aufwendige Verstärkungsmaßnahmen.

  • Reduzierte Zusatzlasten durch niedrige Rohdichte (~450–500 kg/m³) 
  • Scheibenwirkung der CLT-Elemente zur Aussteifung (Wand- und Deckenscheiben) 
  • Lastabtragung über bestehende tragende Wände oder gezielte Verstärkungen 
  • Hoher Vorfertigungsgrad mit CNC-gefertigten Elementen 
  • Toleranzarme Montage durch präzise Planung (BIM-gestützt möglich) 

Die Anschlussdetails zwischen Bestand und Aufstockung sind dabei entscheidend, insbesondere hinsichtlich Verformungen, Setzungen und Feuchteschutz.

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der kurzen Bauzeit: Durch Vorfertigung können Rohbauzeiten erheblich reduziert werden, was insbesondere bei bewohnten Gebäuden relevant ist.

Schallschutz, Brandschutz und Bauphysik

Die bauphysikalischen Anforderungen sind bei Aufstockungen besonders kritisch, da Bestand und Neubau unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können.

  • Schallschutz: Mehrschichtige Deckenaufbauten (z. B. schwimmender Estrich, entkoppelte Unterdecken) zur Einhaltung von Luft- und Trittschallanforderungen nach DIN 4109 
  • Brandschutz: Bemessung nach Eurocode 5; definierte Abbrandrate (~0,65 mm/min) ermöglicht tragende Holzquerschnitte mit ausreichender Feuerwiderstandsdauer (z. B. R60/R90) 
  • Wärmeschutz: Gute Dämmwerte durch Kombination aus Holz und Dämmstoffen; Vermeidung von Wärmebrücken an Anschlussdetails 
  • Feuchteschutz: Diffusionsoffene Aufbauten und kontrollierte Bauabläufe zur Vermeidung von Bauschäden 

Im Vergleich zu Massivbauweisen erfordert der Holzbau eine präzisere Planung der Schichtenfolge und Anschlüsse, bietet jedoch Vorteile beim Raumklima und Gewicht.

Ausführung und Bauablauf

Die Ausführung erfolgt in der Regel in kurzen, klar strukturierten Bauphasen. Nach Vorbereitung des Bestands (z. B. Rückbau Dach, Herstellung Auflager) werden die CLT-Elemente montagefertig angeliefert.

  • Schnelle Montage (oft wenige Tage pro Geschoss) 
  • Geringe Baustellenlogistik und reduzierte Lärmemission 
  • Witterungsabhängigkeit durch kurze Offenbauzeiten minimiert 
  • Frühe Dichtigkeit des Gebäudes möglich 

Durch diese Faktoren eignet sich die CLT-Aufstockung besonders für innerstädtische Projekte mit begrenztem Platz und laufender Nutzung.

Zusammenfassung

Die CLT-Bauweise ermöglicht eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Aufstockung im Bestand. Entscheidend sind eine präzise Bestandsanalyse, durchdachte Anschlussdetails sowie die Berücksichtigung bauphysikalischer Anforderungen. Richtig geplant und ausgeführt, lassen sich mit CLT nachhaltige und leistungsfähige Erweiterungen realisieren, die sowohl statisch als auch bauphysikalisch den Anforderungen moderner Gebäude entsprechen.

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